Eine Bitte um Rücksicht und Einheit

„Setzt alles daran, die Einheit zu bewahren, die Gottes Geist euch geschenkt hat; sein Frieden ist das Band, das euch zusammenhält.“ (Epheser 4,3)

 

Ihr Lieben,

der nächste Lockdown hat begonnen und die Maßnahmen des Bundes, der Länder und Landkreise ziehen wieder an. Menschen reagieren wieder mit Angst und Sorge, aber auch mit Unverständnis und Ärger – auch über die Folgen, die die Maßnahmen für die Gemeindearbeit vor Ort haben.

Schwere und herausfordernde Zeiten zeigen uns in besonderer Weise, was in uns steckt und legen dabei manchmal auch unseren Charakter offen. Und sie zeigen uns in schonungsloser Klarheit unsere Unterschiedlichkeit. Doch Unterschiedlichkeit war nie ein Problem in der Kirche Jesu Christi. Sie ist unsere Stärke! In unserer Unterschiedlichkeit sollen wir eine einander ergänzende Einheit bilden und so die Vielfalt und Größe von Jesus in der Welt abbilden. (Lies hierzu gerne noch einmal 1.Korinter 12 und Römer 12. Paulus schreibt hier viel über die Gemeinde als „interaktive Einheit der Verschiedenen“.)

Ein Problem wird unsere Unterschiedlichkeit nur dann, wenn sie mit der Arroganz einhergeht, zu denken, dass wir es besser wüssten als alle anderen und wenn wir uns hochmütig über unsere Geschwister überheben und damit die Einheit der Gemeinde zerstören. Genau dieses Potenzial hat die aktuelle Situation, weil durch die Isolation der Austausch in der Gemeinde als natürliches Korrektiv fehlt.

Wir bitten euch daher eindringlich, im Moment verstärkt auf gegenseitige Rücksichtnahme zu achten und liebevoll und verständnisvoll miteinander umzugehen! Diese Situation ist für uns alle herausfordernd und wir alle leiden unter den Bedingungen, die uns die Corona-Pandemie auferlegt. Schon im ersten Lockdown war zu erleben, dass Menschen sehr unterschiedlich mit den Herausforderung dieser Zeit umgehen. Einige haben große Angst und nehmen die Richtlinien extrem genau, andere sind nur noch genervt und stellen Vieles infrage, wieder andere sind trotz allem entspannt und nehmen es mit den Maßnahmen nicht ganz so ernst.

Als Leiter eurer Gemeinde möchten wir euch noch einmal darauf hinweisen: In dieser Situation wird nicht nur unsere Unterschiedlichkeit deutlich, sondern auch unser Charakter und unsere Persönlichkeit! Die Frage ist nicht nur: „Was tue ich in dieser Situation oder was tue ich nicht?“ sondern auch: „Wie gehe ich mit der Einstellung anderer um?“

In Galater 6,2 ruft Paulus die Gemeinde auf: „Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“, nachdem er in Kapitel 5 schon die gegenseitige Rücksichtnahme als eine Folge von Gottes Wirken in unserem Leben (Frucht des Geistes) bezeichnet hat. Konkret schreibt er „Die Frucht, die der Geist Gottes hervorbringt, besteht in Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Rücksichtnahme und Selbstbeherrschung.“ (Galater 5,22-23). Rücksichtnahme ist eine Folge von Gottes Gegenwart in deinem Leben. Wo Jesus ist, wächst sie. Wo Jesus nicht ist, nimmt sie ab!

Wir möchten euch darum mit aller Klarheit dazu aufrufen, aufeinander Rücksicht zu nehmen und trotz unterschiedlicher Positionen, Perspektiven und Antworten auf die schwierigen Fragen unserer Zeit, in einem Geist der „Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Rücksichtnahme und Selbstbeherrschung“ an unserer Einheit festzuhalten.

Die Corona-Pandemie schränkt nicht nur unser aller Leben ein, sie hat auch das Potenzial, die Einheit unserer Gemeinde dauerhaft zu schädigen und zu zerstören – zumindest, wenn wir es zulassen. Lasst es nicht zu.

Prüft euer Herz.
Schaut auf Jesus.
Orientiert euch an ihm.
Betet füreinander.
Nehmt Rücksicht.
Und haltet an der Einheit fest (Epheser 4,3)!

Gott segne euch und eure Lieben in dieser herausfordernden Zeit.
Oliver und Julia Flanz

 

Zurück